Wer mir auf Twitter folgt, der hat gewusst, das ich seit Sonntag im Krankenhaus lag. Gestern wurde ich zum Glück entlassen und erhole mich jetzt bei schönem Wetter und hoffe doch, dass ich endlich wieder Lust und Zeit zum bloggen finde, denn die Besucherzahlen und auch die Feedreader sind seit Monaten beständig. Zur Info! Ich zwinge niemanden meinen Blog zu lesen, also hört mit dem Kinderkram auf und zeigt erstmal eure Blogs!
Die letzten Wochen waren stressig, aber auch schön, denn ich habe mir mein erstes eigenes Auto gekauft. Natürlich kein Neuwagen, denn dafür reicht mein Budget bei weitem nicht. Als Zivi fängt man klein an, also am besten mit einem Audi A4 (^^), Baujahr 1998, erst 63 TKM, 1.8 Turbo, 110 KW (150 PS) für 4500 Euro. Das Auto wurde die ganze Zeit von einem älteren Herren gefahren und gepflegt. Zwischendurch gehörte das Auto einem Studenten, der sich um den Audi nicht gerade gekümmert hat. Daher gab es ein paar kleine Mängel wie verrostete Bremsscheiben, zerkratzte Felgen etc. aber ansonsten ist das Auto in einem guten Zustand. Es fetzt einfach mit paar mehr PS und einem Apple Aufkleber durch die Gegend zu fahren.
Irgendwo muss das Geld ja herkommen, daher war ich die letzten Wochen immer fleißig auf Arbeit auch zu Ostern, meistens von 11:30 Uhr bis 20 Uhr. Klar da bleibt nicht viel Zeit zum bloggen, denn am Abend ist die Luft, nach einem anstrengenden Tag raus und am Vormittag habe ich auch immer keine Zeit gefunden. Daher musste das Hobby erstmal an letzter Stelle. Stellenweise hatte ich bis zu 72 Stunden kein Macbook in der Hand gehabt und irgendwie war es auch nicht schlimm.
In der Nacht zum Samstag, nachdem ich bis 2 Uhr mit _G15_ geschrieben hatte, begannen dann ganz plötzlich die Bauschschmerzen. Ich dachte, das ich nur wieder Hunger hatte und legte mich schlafen. Nach einer unruhigen Nacht musste ich den ganzen Samstag brechen. Egal was, alles kam wieder raus. Mein einziger freier Tag in der Woche war also wieder im Eimer und das Handballspiel musste ich ebenfalls absagen.
Die kommende Nacht habe ich überhaupt nicht geschlafen und am nächsten Tag bin ich dann endlich zum Arzt und danach gleich in die Notaufnahme gefahren. Blutabnahme, Ultraschall und der Verdacht auf Entzündung des Blinddarms bestätigte sich. Kurze Zeit später lag ich schon unterm Messer und nach einer guten Stunde war ich wieder wach und ohne Blinddarm, dafür mit drei kleinen Narben am Bauch. Die folgenden 20 Stunden war ich dann im Überwachungs und Aufwachraum mit zwei anderen Kranken. Stündlich kam eine Schwester oder ein Pfleger vorbei und sah nach dem Rechten. Dort fühlte ich mich als Patient gut aufgehoben und umsorgt. Doch dann wurde ich auf Station verlegt und war bitter entäuscht. Ein Zivi fuhr mich mit Bett auf Station und ließ mich erstmal 10 Minuten im Gang liegen, bis dann zufällig eine Schwester mich in ein 4 Personen Zimmer fuhr, natürlich waren alle Betten belegt.
Jetzt weiß ich ungefähr wie sich Hühner in einer Legebatterie fühlen. Immerhin durfte ich nach 56 Stunden wieder was Essen und der Tag ging so langsam zu Ende. Schwestern sah man wenn überhaupt nur ganz wenig, Essen und Trinken musste man sich an der Tür selber holen und selbst mein Bett musste ich selber überziehen, weil ich nicht schnell genug aus dem Bett rauskam. Am zweiten Tag war Verbandswechsel angesagt, doch wer musste das machen? Natürlich ich selber, die Schwester legte nur neues Pflaster hin und zack wieder für einige Stunden verschwunden. Immerhin sah man ab und zu mal eine FSJlerin die nach dem Rechten sah. Übelst, denn da wo ich Zivi bin ist das alles komplett anders. Essen und Trinken wird selbstverständlich gebracht und geholt, Tische werden 2 bis 3 mal am Tag abgewsicht und man nimmt sich auch mal Zeit für den Patienten.
Ich mach dem Personal überhaupt keinen Vorwurf, denn diese waren immer freundlich auch in stressigen Situationen. Aber nur 4 Schwestern für 32 Patienten anzusetzen ist schwach. An dieser Stelle darf einfach nicht gespart werden!! Immerhin hatte sich dann gestern kurz vor Entlassung doch noch ein Arzt meine Wunden angeguckt.

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